Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
Am 5. und 6. Juni 2025 fand an der Universität Lausanne die nationale Citizen-Science-Konferenz CitSciHelvetia statt. Alle zwei Jahre bringt sie Menschen aus Forschungseinrichtungen, Vereinen, NGOs oder Zivilgesellschaftenzusammen, die sich für partizipative Forschung einsetzen.
Vielfalt der Themen
Unter dem Motto «Citizen Science in Action» haben die Teilnehmer:innen Projekte aus Bereichen wie Biologie, Medizin, Technik oder Kunst vorgestellt und in Form von Kurzvorträgen, Postern und Workshops Herausforderungen und Chancen dieser Forschungsform diskutiert.
Der Verein StadtNatur stellt Projekte vor
Am Freitagvormittag präsentierte der Verein StadtNatur zwei Kurzvorträge im Themenblock «Nachhaltigkeit und Biodiversität». In diesen Beiträgen haben Julia Schmid und Julia Felber am Beispiel von je einem Projekt zu Fledermäusen bzw. Igeln aufgezeigt, wie erfolgreiche Forschung im Siedlungsraum gemeinsam mit Freiwilligen möglich ist.
Lebendige Nacht» – Fledermäuse im Siedlungsraum
Im Projekt «Lebendige Nacht» haben wir im Kanton Zug und in der Stadt St.Gallen untersucht, welche Fledermausarten in den Innenhöfen unterwegs sind. Dazu haben Freiwillige nach einer Einführung selbständig Fledermaus-Rufe mit sogenannten «Batloggern» gesammelt. Die aufgenommenen Ultraschall-Laute haben anschliessend Expert:innen ausgewertet. Mit dem Projekt konnten wir aufzeigen, dass tatsächlich mehrere Fledermausarten Innenhöfe häufig als Jagdgebiete nutzen.
Salome Stauffer / swild.ch
Mit solchen Batloggern haben die Freiwilligen Fledermausrufe aufgenommen, wie hier in einem Innenhof in St. Gallen.
Igel gesucht – mit der Bevölkerung auf Spurensuche
Das Projekt «Igel gesucht» haben wir im Sommer 2024 unter anderem in der Region Basel, im Kanton Thurgau, in der Stadt Zürich und in der Region Zimmerberg durchgeführt. Dabei haben Freiwillige Spurentunnel aufgestellt, in denen Igel ihre charakteristischen Fussabdrücke hinterlassen. Die ausgewerteten Daten haben wir in Form von Igel-Verbreitungskarten dargestellt und nach Abschluss des Projekts den regionalen Projektträgern und der Bevölkerung vorgestellt.
Diskussionen über Chancen und Hürden
Neben spannenden Projektbeispielen haben die Teilnehmer:innen der Konferenz auch über Schwierigkeiten diskutiert: Wie findet man Freiwillige? Wie führt man sie ein und begleitet sie? Und wie sorgt man dafür, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird? Klar wurde: Partizipative Forschung braucht viel Kommunikation – aber sie lohnt sich.
Fazit: Ein Gewinn für alle
Citizen Science ist nicht nur Datensammlung, sondern auch Beziehungspflege und Wissensvermittlung. Denn wer die Bevölkerung in Forschungsprojekte einbindet, fördert das Verständnis für Natur und Wissenschaft. Dadurch können solche Projekte ein Gewinn für alle Beteiligten sein.
Text von Julia Felber