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Ist die Fuchsjagd noch vertretbar?

Jäger:innen erlegen jährlich Tausende von Füchsen, ohne wissenschaftliche Grundlagen zu berücksichtigen. Daher braucht es dringend ein modernes Fuchsmanagement mit klaren ökologischen und ethischen Kriterien.

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Ein Fuchs auf Nahrungssuche auf Wiese

Füchse erbringen wichtige Ökosystemleistungen, indem sie beispielsweise parasitenbefallene Nager erbeuten.

In der Schweiz werden jährlich Tausende von Rotfüchsen (Vulpes vulpes) geschossen. Jagdkreise geben an, die Fuchsjagd hätte nicht nur Tradition, sondern sie erfolge zudem, um Seuchen zu verhindern, Fuchsfelle zu verwerten und den Bestand zu regulieren. Auch im Kanton Zürich wird die Fuchsjagd durchgeführt. Ob diese Jagd sinnvoll ist und die selbst gesetzten Ziele erreicht, wird von der Wissenschaft zunehmend bezweifelt und ist auch unter Zürcher Jäger:innen umstritten.

Herkömmliche Fuchsjagd nicht zielführend

In unserer Publikation «Das Management des Fuchses sollte auf wissenschaftlichen Grundlagen anstatt auf Annahmen basieren» stellen wir dar, weshalb eine Regulation beim Fuchs unter den aktuellen Rahmenbedingungen und in grösseren Gebieten nicht möglich ist und wie ein modernes Fuchsmanagement durchzuführen wäre. Unter anderem sollte dieses auch nicht letale Methoden verstärkt berücksichtigen, wie zum Beispiel den Zugang zur Nahrung zu begrenzen.

Beweisfall Tollwut

Wie Sandra Gloor im Interview im Tagesanzeiger vom 26. November 2025 erläutert, ist die Tollwut ein gutes Beispiel dafür, dass die Jagd auf Füchse nicht regulierend wirkt. Die Tollwut grassierte in Europa in den 1970er und 1980er Jahren. Obwohl man intensiv jagte und auch Baue vergaste, zeigten diese Massnahmen kaum eine reduzierende Wirkung, im Gegenteil, die Füchse wurden mobiler und hatten dadurch mehr Kontakt untereinander. Das wiederum führte dazu, dass die Ansteckungen zunahmen. Erst mit einer breitflächigen Impfkampagne, also einer medizinischen Massnahme, konnte man die Tollwut erfolgreich bekämpfen.

Wichtige Funktionen vom Fuchs im Ökosystem

Füchse erbringen diverse wichtige Ökosystemleistungen und spielen als Aasfresser und Prädatoren von parasitenbefallenen Nagern sowie von alten und geschwächten Tieren aus seuchenhygienischen Gründen eine wichtige Rolle. Zudem verbreiten sie über ihr Fell und ihren Kot die Samen verschiedenster Pflanzen, darunter auch solche von bedrohten Arten. In einem modernen Fuchsmanagement sollten diese wichtigen Funktionen ebenfalls mehr Beachtung finden.

Text von Claudia Kistler