Skip to main content

Bei den Wisenten im Naturpark Thal

Im Naturpark Thal ist ein Experiment am Laufen: Die Auswilderung von Wisenten. Anfangs 19. Jahrhundert in Europa ausgerottet, könnten die Wildrinder auch in der Schweiz wieder heimisch werden.

Image
Sicht aus dem Bärenloch auf Welschenrohr.

Blick aus dem Bärenloch auf Welschenrohr und Sollmatt, wo das Wisentprojekt sich befindet.

Vom Europäischen Wisent (Bos bonasus) haben nur 12 Elterntiere in Zoos und Tierparks überlebt. Diese bildeten die Gründerpopulation der heute wild lebenden Wisente. Das Projekt des Verein "Wisent im Thal" möchte die Wisente in den Wäldern im Jura ansiedeln. Natürlich mit einer Managementstrategie im Hintergrund.

Auf unserem Teamausflug besuchten wir die Wisente in ihrem Gehege, welches Stück für Stück vergrössert wird, um die Tiere an die ‘Wildnis’ zu gewöhnen. Wir erlebten sie unter der Führung von Beni und Michi hautnah. Nicht im wörtlichen Sinn, denn man sollte immer einen genug grossen Abstand zu den Wisenten halten.

Wisente sind etwas schwerer und grösser als unsere Hausrinder. Anders als bei diesen, ist es nicht möglich einer Wisentkuh anzusehen, ob sie trächtig ist. Da sie Waldtiere sind, würde ein dicker Bauch bei der Fortbewegung behindern. Spannend ist auch das Verhalten der männlichen Nachkommen. Werden sie geschlechtsreif, trennen sie sich von der Herde und gehen immer in die gleiche Himmelsrichtung, damit sie nicht wieder auf ihre Ursprungsgruppe stossen.

Eine Gefahr für den Menschen stellen sie nicht dar. Imposant sind sie aber auf jeden Fall, die grössten verbliebenen Wildtiere von Europa und einen Besuch wert. Für weitere aktuelle Infos zum Projekt gibt es die Wisentpost.

Image
3 Wisente auf der Wise mit Jungem.

Wisente mit Jungem.

Wolfsschlucht und Bärenloch

Neben dieser grossen europäischen Rinderart befassten wir uns mit den Schmetterlingen. Oberhalb der Wolfsschlucht sowie unterhalb des Bärenlochs sind wir unter anderem auf viele graubindige Mohrenfalter (Erebia aethiops) gestossen. Durch seine Grösse überrascht hat uns der Weisse Waldportier (Brintesia circe). Es gibt auch viele weitere spezielle Schmetterlinge, wie der schwarzfleckige Ameisenbläuling (Phengaris arion) oder die Berghexe (Chazara briseis), welche man mit etwas Glück in dieser Region sehen kann. 

Image
Vortrag Schmetterlinge von Fabrice Bucheli mit Wiese und Wald im Hintergrund.

Oberhalb der Wolfsschlucht erzählt uns Fabrice Bucheli mehr über die Schmetterlinge in der Gegend.

Falls man in der Gegend ist, lohnt es sich auf jeden Fall, eine Wanderung durch die Wolfsschlucht zu planen. Das Juragestein wurde seit der letzten Eiszeit durch den Wolfsbach abgetragen, sodass sich heute wunderschöne Höhlen und steile Wände bestaunen lassen. Das eindrückliche Bärenloch ist etwas schwieriger zu erreichen, doch der steile Aufstieg lohnt sich. Von hier aus konnten wir einen Wespenbussard sichten und in der Höhle herumsausende Felsenschwalben bei der Jungenaufzucht beobachten.

Generell gibt es rund um Welschenrohr, einem ehemaligen Zentrum der Solothurner Uhrenindustrie, eine grosse Artenvielfalt. Wir fanden neben Schmetterlingen auch Grasfröschen, Wintergoldhähnchen, Buchfinken, Spuren von Eichhörnchen und zahlreiche Schneckenarten. In den unterschiedlichen Vegetationszonen wächst eine Diversität an Pflanzen, welche sich lohnt zu inspizieren.

Text von Carmen Allemann und Mathujah Manikkan

Image
Gruppenbild SWILD auf Spielplatz

Gruppenbild SWILD beim Gasthof Reh, nach einem erfüllten Tag im Naturpark Thal.