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Der Dachs wird zum Städter

In den letzten 20 Jahren hat sich der Dachs immer mehr in die Schweizer Städte vorgewagt. Da er aber vorwiegend nachts unterwegs ist, begegnet man ihm kaum. Doch die Beobachtungen mehren sich und damit auch das Bedürfnis, mehr über den wilden Nachbarn zu erfahren. Ein neues, reich bebildertes Buch über den Dachs bietet spannende Einblicke in das Leben dieses heimischen Säugetiers. 

Der Dachs ist ein heimlich lebendes Tier. Daher haben die wenigsten Menschen dieses Wildtier mit der charakteristischen schwarz-weissen Maske schon einmal angetroffen. Doch die Chancen, das stämmige Raubtier zu sichten, steigen, insbesondere im Siedlungsraum. Denn ähnlich wie der Fuchs ab Mitte der 1980er Jahren breitet sich der Dachs seit den 2000er Jahren immer mehr im Siedlungsraum aus.

Stadt als Lebensraum entdeckt

Untersuchungen von SWILD und StadtWildTiere haben ergeben, dass sich die Anzahl der Dachse in der Schweiz in den letzten 20 Jahren verdoppelt hat. Dies lässt sich zum einen an der steigenden Anzahl Individuen ablesen, die Opfer des Strassenverkehrs werden. Und zum anderen haben in dieser Zeit die Sichtungen im Siedlungsraum zugenommen: In den Städten Zürich und St. Gallen meldeten immer mehr Menschen Dachsbeobachtungen. Zudem wurden Dachse in neuerer Zeit immer häufiger von Wildtierkameras erfasst.

Anpassungsfähig und nachtaktiv

Dachse finden sich gut in vom Menschen geprägten Lebensräumen zurecht. Sie sind spät nachts unterwegs, wenn wir Menschen weniger aktiv sind. Sie nutzen Gärten für die Nahrungssuche und legen ihre Baue in Parks oder Friedhöfen an. Die Nähe zum Menschen kann auch zu Konflikten führen, wenn der Dachs den Rasen auf der Suche nach Regenwürmern und Engerlingen umpflügt, den angebauten Mais im Gemüsegarten plündert oder unter dem Gartenhaus seinen Bau anlegt.

Aktuelle Erkenntnisse in Buchform

Obwohl Dachse also weit verbreitet sind und mitten unter uns im Siedlungsgebiet leben, kennt man diesen wilden Nachbarn kaum. Das neu erschienene Buch über den Dachs füllt diese Wissenslücke und basiert auf den aktuellsten Erkenntnissen aus der Dachsforschung (mehr dazu siehe Box).

Neuerscheinung: Der Dachs – ein Wildtier erobert den Siedlungsraum


Madeleine Geiger, Claudia Kistler, Katja Rauchenstein und Anouk-Lisa Taucher haben ein umfassendes und reich bebildertes Porträt über unseren wilden Nachbarn verfasst. Sie stellen die Evolutionsgeschichte, die Biologie und die Lebensweise des Dachses vor. Die Autorinnen vermitteln zudem viel Wissenswertes über den Dachs in unserer Kultur und zur Forschung zu diesem heimischen Säugetier. Tipps für ein gutes Miteinander und Beobachtungsmöglichkeiten im Garten, für eine dachsfreundliche Gestaltung der Grünräume und wie man Spuren von Dachsen erkennen kann, runden das Buch ab.

 

Bilder

Die nachfolgenden Bilder stehen bis Ende Juni 2026 für den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren kostenfrei zur Verfügung.

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Dachse leben in Familiengruppen, die bis zu dreissig Individuen umfassen können.

© Pixabay

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Dachse wurden in den vergangenen Jahren immer häufiger von Wildtierkameras aufgenommen.

© Saskia Jenny / stadtwildtiere.ch

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Dachse graben gerne in Gärten nach Regenwürmern und hinterlassen dabei solche Löcher im Rasen.

© Madeleine Geiger / swild.ch